Digitalisierung

Digitalisierung in der Gastronomie

Neue technische Möglichkeiten bergen Chancen und Herausforderungen.

Ein kühles Bier kann man nun mal nicht „virtuell“ genießen, ebenso wenig wie ein köstliches dreigängiges Menü. Vielleicht liegt es an der Nähe der Gastlichkeit zum Menschen und und seinen natürlichen und ganz realen Nahrungsmitteln und Getränken, dass die vielbeschworene Digitalisierung in der Gastronomie noch nicht ganz so präsent ist wie anderswo. Doch auch die gastliche Branche steckt mitten im informationstechnischen Umbruch. Digitale Kassensysteme, Aufnahme der Bestellung mit dem Tablet und Online-Bewertungsportale für Restaurants und Hotels – das sind nur drei Beispiele für die Digitalisierung des Gastgewerbes.

Für den Münchner Prominenten-Gastronomen Michael Käfer liegt es klar auf der Hand: „Ein Thema für die Gastronomie 2016 wird sicherlich die fortschreitende Digitalisierung. Darin sehe ich ein große Herausforderung und Chance zugleich. Wer das Thema ernst nimmt und innovativ angeht, kann sich einen wichtigen Vorsprung gerade im Hinblick auf die jüngere Generation erarbeiten.“ Doch wie genau kann das aussehen? Das Online-Reservierungsportal Bookatable ist den Wünschen der Gäste kürzlich in einer Umfrage auf den Grund gegangen. Ergebnis: Die digitale Vernetzung spielt für Restaurantgäste eine immer größerer Rolle

WLAN auf der Wunschliste 

Zunehmend mehr Gäste wünschen sich die freie Verfügbarkeit einer WLAN-Verbindung während Ihres Restaurant- oder Café-Besuchs. Immerhin 36% der Befragten ist dieser Service bereits sehr wichtig. Während viele Gastronomen ihren Gästen den freien Zugang bereits anbieten, zögern andere noch wegen der rechtlichen Unwägbarkeiten der sogenannten „Störerhaftung“. Diese hat nämlich zur Folge, dass Funknetzbetreiber für Rechtsverletzungen, welche Nutzerinnen und Nutzer über diesen Zugang begehen, kostenpflichtige Abmahnungen riskieren. Die gute Nachricht:

Gewerbliche Betreiber von offenen W-Lan-Netzen, wie Hotels oder Gaststätten, haften nicht für Urheberrechtsverstöße ihrer Nutzer. Dies ist die gute Nachricht, die dem kürzlich verabschiedeten „Zweiten Gesetz zur Änderung des Telemediengesetzes“ zu entnehmen ist. Doch schon erheben sich kritische Stimmen: Die Gesetzesänderung stelle die W-LAN-Anbieter zwar von Schadenersatzansprüchen frei, doch das Geschäftsmodell der Abmahnindustrie bleibe wegen der Unterlassungsansprüche intakt, kr it isier t Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), und fordert: „Hier muss der Gesetzgeber noch einmal nachjustieren, damit die Gesetzesänderung ihren Zweck einer stärkeren Verbreitung öffentlicher W-Lan-Hotspots nicht glatt verfehlt.“

Dass der Erfolg digitaler Werbung durchaus messbar ist, belegen die Hamburger Digitalwerber anhand von eigenen Erhebungen: Demnach folgt jeder vierte Gast einer Produktempfehlung auf dem Tablet oder Screen. Bei der Einführung einer neuen Biersorte konnte der Absatz an einem Standort durch digitale Unterstützung am PoS knapp verzehnfacht werden. Eine Stichprobe aus fünf Restaurants an vier Samsatgen ergab Umsatzsteigerungen je Kassenzettel um bis zu 24 Prozent.