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Integration in der Gastronomie

Vom Flüchtling zum Gastronomie-Profi?
Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass von den etwa 1,1 Millionen Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr in Deutschland erfasst wurden, noch etwa 800.000 hier sind – für die Gastronomie ein spannendes Potenzial.

Gastronomiebetriebe, die sich durch Beschäftigung oder Ausbildung von Flüchtlingen für deren Integration engagieren möchten, stoßen häufig auf bürokratische Hindernisse. Das neue Integrationsgesetz sowie das Förderprogramm IQ sollen jetzt Abhilfe schaffen. Der gesetzliche Mindestlohn soll zum 1.1.2017 von brutto 8,50 € je Stunde auf 8,84 € je Stunde steigen. Das hat jetzt die Mindestlohn-Kommission der Bundesregierung vorgeschlagen. Da die zu erwartende Erhöhung relativ moderat ausfällt, wird sie von vielen Brancheninsidern für verkraftbar eingeschätzt. Laut einer DEHOGA-Branchenumfrage verzeichnen fast drei Viertel der Betriebe seit Einführung des Mindestlohns Personalkostensteigerungen. Hinzu kommen gestiegene Kosten für Lieferanten und Dienstleister. „Eine tolle gesellschaftliche Leistung“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich dem Gastgewerbe bescheinigt und ausdrücklich dessen Engagement bei der Integration von Flüchtlingen gelobt. Die Branche gehe mit gutem Beispiel voran und biete überproportional viele Arbeitsplätze für Migranten an, sagte Merkel beim Tourismusgipfel in Berlin. Allerdings gibt es in Recht und Praxis der Beschäftigung von Flüchtlingen noch zahlreiche Hürden zu überwinden. Mit dem neuen Integrationsgesetz und ergänzenden Maßnahmen will die Bundesregierung nun die Beschäftigung und Ausbildung von Zuwanderern fördern.

Neue Regelungen geben Rechtssicherheit

Für alle Flüchtlinge in Ausbildung wird ein Aufenthaltsrecht für die Dauer ihrer Ausbildung geschaffen. Das gilt auch für Geduldete und für solche Flüchtlinge, die älter als 21 Jahre sind. Wer vom Ausbildungsbetrieb übernommen wird, darf noch weitere zwei Jahre bleiben. Für die anderen wird eine weitere Duldung für sechs Monate zur Arbeitsplatzsuche vorgesehen. Das schafft Rechtssicherheit für Betriebe und Azubis. Der Zugang zu Fördermaßnahmen wie ausbildungsbegleitenden Hilfen oder Berufsvorbereitung wird ausgebaut.

Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“

Der Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende nimmt stetig zu, bei gleichzeitig sinkendem Bewerberpotenzial. Um neue Mitarbeiter zu finden, kann es sich für Gastronomen durchaus lohnen, auch die Potenziale von geflüchteten Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Viele sind motiviert und flexibel und wollen arbeiten oder eine Ausbildung beginnen. Informationen und Unterstützung finden interessierte Bewerber oder Arbeitnehmer bei den Beratungsstellen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ (IQ). Mitarbeiter in diesen Netzwerken beraten zu Qualifizierungsmöglichkeiten oder zur Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Gleichzeitig bieten die IQ-Netzwerke Schulungen zur interkulturellen Kompetenzentwicklung in Unternehmen an.

Integration durch Beschäftigung

Weitere Informationen:
Ansprechpartner in der Region für alle Fragen der Beschäftigung von Flüchtlingen ist die neue IQ Servicestelle für den Rhein- Neckarkreis in Mannheim.
IQ Netzwerk Baden Württemberg Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim GmbH
G 2, 3-4 · 68159 Mannheim
www.ikubiz.de · kontakt@ikubiz.de
www.netzwerk-iq-bw.de
✆ Tel: 0621 12479105
Die Servicestelle unterstützt Geflüchtete und Asylsuchende auf ihrem Weg in eine betriebliche Beschäftigung. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten Beratung bei der Einstellung und Qualifizierung von Geflüchteten. Themen: Rechtliche Voraussetzungen, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Kompetenzfeststel lung, Sprachkursmöglichkeiten, Vermittlung in Praktika / Erprobung / Anpassungslehrgänge, Qualifizierungsmöglichkeiten, Fördermöglichkeiten, individuelle Beratung und Unterstützung.