Reservierung

Warten auf den König

Der Tisch ist reserviert, doch keiner kommt – Tipps für den Umgang mit der No-Show-Problematik

Die alte Regel für gepflegte Gastlichkeit lautet „Der Gast ist König“. Doch was tun, wenn der Gast ausbleibt? Wenn König Müller, Meier oder Krause trotz frühzeitiger Reservierung samt Gefolge durch Abwesenheit glänzt: Das sogenannte No- Show-Problem kennt jeder Gastronom. Frische Ware wird in der Küche bereits vorbereitet, andere Gäste wurden vertröstet und nun bleibt Tisch 4 für sechs Personen leer. Ach, und die Reservierung für vier Personen an Tisch 7 wurde auch vor zwei Stunden storniert ...

Die Personaluhr tickt, doch der Umsatz bleibt aus. 

Das Nichterscheinen von Gästen, die reserviert haben, sorgt in der Gastronomie für empfindliche Umsatzeinbußen. Bei nahezu gleichbleibenden Kosten, denn das Personal ist ja gebucht und steht bereit. Im Ausland nimmt man sich des Problems teilweise mit drastischen Mitteln an. So etwa in den USA, wo in vielen der gehobenen Restaurants mit Online- Ticket-Systemen und Vorabbezahlung erheblicher Summen gearbeitet wird. In Deutschland dagegen wird das Ungemach mit den ausbleibenden Gästen meist mit einem lakonischen „ein bisschen Schwund ist immer“ hingenommen – der Gast ist eben König

 

 

Die rechtliche Seite

Die Rechtslage ist dabei einigermaßen unübersichtlich. Während mancher Gastronom bei der telefonischen Reservierung von einem mündlichen Vertrag ausgeht, weisen Juristen darauf hin, dass die Reservierung lediglich der „Anbahnung“ eines Bewirtungsvertrags dient. Dessen Bedingungen sind dann noch auszuhandeln und ob er zustande kommt, ist auch noch nicht sicher. Anders verhält es sich, wenn die Reservierung, wie etwa bei einer Hochzeitsgesellschaft, bereits eine feste Personenanzahl und eine bestimmte Menüfolge beinhaltet. In sollen Fällen kommt mit der Reservierung ein für beide Seiten bindender Bewirtungsvertrag zustande, den sich der Gastronom auch schriftlich bestätigen lassen sollte.

Verbindlichkeit herstellen 

Wie in allen Lebenslagen empfiehlt es sich auch bei der No-Show-Problematik, zu handeln, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. In unserem Fall heißt das, Verbindlichkeit herstellen: Das laxe „Tisch für Meier am Samstag um acht für sechs Personen“ sollte der Vergangenheit angehören. Sprechen Sie mit Ihrem Gast, fragen Sie ihn zum Beispiel nach seiner E-Mail-Adresse für eine schriftliche Bestätigung der Reservierung. Je persönlicher und verbindlicher das Verhältnis, das Sie bereits während der Reservierung aufbauen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass König Gast ohne rechtzeitige Absage ausbleibt.