Kassensysteme

Veränderungen bei den Kassensystemen

Was sich für klassische Kassensysteme bald ändert und welche mobile Alternativen es gibt

Am 13. Juli letzten Jahres beschloss das Bundeskabinett ein Gesetz „zum Schutz vor Manipulation an digitalen Grundaufzeichnungen“, welches ab dem 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Dadurch soll Steuerhinterziehung durch manipulative Kassenaufzeichnungen in Bargeldbranchen bekämpft und eingedämmt werden.

Auf- und Nachrüstung der elektronischen Kassensysteme

Die Kassen werden mit zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtungen, bestehend aus drei Teilen, ausgestattet: einem Sicherheitsmodul, welches alle Kasseneingaben protokolliert, einem Speichermedium, welches Grundaufzeichnungen absichert, die im Nachhinein weder verändert noch gelöscht werden können, und einer digitalen Schnittstelle zur reibungslosen Datenübertragung für Prüfungszwecke. Des Weiteren sind Geschäfte ab 2020 zur Bonausgabe an Kunden verp ichtet. Dementsprechend müssen alle Kassen, die nach dem 1. Januar 2020 gekauft werden, mit einer solchen Sicherheitseinrichtung ausgestattet sein. Vor diesem Zeitpunkt erworbene Kassen müssen bis dahin nachgerüstet werden, es sei denn, dies ist bauartbedingt nicht möglich. In diesem Fall besteht eine Übergangsfrist bis 2022, danach müssen auch diese Kassen durch neue, den Gesetzesau agen entsprechende ersetzt werden.

Auch ab 2017 schon Änderungen

Unabhängig davon müssen elektronische Kassen systeme seit dem 1. Januar 2017 bereits auslesbar sein und alle steuerrelevanten Daten für zehn Jahre gespeichert werden. Den Finanzämtern ist bereits ab 2018 das unangemeldete Prüfen von Kassen, die sogenannte „Kassennachschau“, erlaubt. Auf eine allgemeine Registrierkassenp icht wird aber weiterhin verzichtet, da dies mit einem zu hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden sei. Somit bleiben offene Ladenkassen ohne jegliche Technik erlaubt.

Zusammenarbeit mit Kassenanbietern ist wichtig

Um bei einer Kontrolle hohe Strafzahlungen für das Nichteinhalten der Vorgaben zu vermeiden, emp ehlt sich die enge Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Kassenanbietern. Diese führen gesetzeskonforme Updates durch oder sichern Ihnen als Kunde Nachrüstungen durch Garantieerklärungen zu.

Digitales Zeitalter – mobile Alternativen

Neben dem klassischen Kassensystem gibt es mittlerweile aber auch zahlreiche mobile Lösungen, die den Bezahlvorgang vereinfachen können. Das Zahlen mithilfe einer Tablet- Kasse hat sich mittlerweile in vielen Gaststätten etabliert. Die Zahlung mit dem Smartphone bleibt bisher allerdings auf der Strecke. Und das, obwohl die deutschen „Millennials“, also die junge Generation, verglichen mit anderen europäischen Ländern, im Ranking der Smartphone-Nutzung weit vorn liegen. Laut einer Studie würden sich außerdem 29 % der Millennials die Zahlungsoption mit dem mobilen Endgerät wünschen. Funktionieren kann das zum Beispiel mit der App „Matrix NEO!“. Sie stellt via Bluetooth eine Verbindung zwischen dem Smartphone und dem Kreditkartenleser her. Der Kunde muss lediglich seine Geheimzahl eintippen, und das ganz ohne seine Karte aus der Hand geben zu müssen. Noch mehr Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlens sind durch Bestell-Apps, Kundenkarten oder kontaktloses Bezahlen mit „Girogo“ gegeben. Der Trend geht also eindeutig zur „Software as a Service“-Lösung. Doch auch für klassische Kassen gibt es inzwischen mobile Apps zur Erweiterung der stationären Systeme.