Hygiene

LMIV

Neues zur Allergenkennzeichnung

Seit Dezember 2014 gilt die neue Kennzeichnungspflicht. Sind Sie bereit?

Drei Monate nach Einführung der neuen EU-Verordnung zur Kennzeichnungspflicht von Stoffen oder Erzeugnissen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, bleiben für die Gastronomie immer noch Fragen offen. Um welche Stoffe geht es genau? In welcher Form muss ich meine Gäste informieren? Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe von Treffpunkt aktuell stellt die „Vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung (VorlLMIEV)“ nach wie vor den letzten Stand der Dinge dar. Treffpunkt aktuell informiert über die wichtigsten Bestimmungen und gibt Tipps zur Umsetzung. Abschließend ist die Frage noch nicht geklärt und das spröde Amtsdeutsch der „vorläufigen Verordnung“ macht die Sache nicht gerade leichter. Klar zeichnet sich jedoch ab, dass sich die Gastronomie sowohl auf die schriftliche als auch auf die mündliche Form der Information einstellen muss. Schon der Umfang der Angaben macht die Schriftform unverzichtbar, da Sie diese brauchen werden, um Ihr Personal zuverlässig zu informieren. Von einer vollständigen Information auf der Speise- oder Getränkekarte rät der Branchenverband DEHOGA ab.

Eine besser Idee ist da sicherlich, ein gesondertes Verzeichnis zu erstellen, das Sie Ihren Gästen auf Nachfrage vorlegen können. Es hilft ja nichts: Um rechtlich auf der sicheren Seite und Ihren Kunden ein verantwortungsvoller Gastgeber zu sein, werden Sie Ihre gesamte Speise- und Getränkekarte gründlich unter die Lupe nehmen müssen. Aus welchen Zutaten bestehen Ihre Speisen und Getränke genau? Wo könnte sich ein Stoff verstecken, der Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen könnte? Der eine oder andere problematische Stoff lässt sich schon hier durch eine veränderte Rezeptur vermeiden. So bietet der Handel mittlerweile die meisten Milchprodukte auch laktosefrei an. Auch für sämtliche Zutaten und Getränke gilt selbstverständlich die neue Kennzeichnungspflicht. So können Sie diese Herstellerangaben als Grundlage für Ihre eigene Kennzeichnung nutzen. Sollten die Angaben fehlen oder unvollständig sein, so zögern Sie nicht, Ihre Lieferanten in die Pflicht zu nehmen.

Das neue Gesetz betrifft die gesamte Lebensmittelbranche, und es ist im Interesse aller, hier vollständig und ehrlich zu informieren. Auch wenn der erhebliche Aufwand, den die neue Kennzeichnungspflicht mit sich bringt, für manchen ein Ärgernis sein mag. Die vollständige Transparenz bei der Zusammensetzung Ihrer Speisen und Getränke bringt auch Vorteile mit sich. Durch die genaue Kenntnis der Rezepturen können Sie Ihre Gäste noch besser als zuvor bei der Auswahl beraten. Und durch Sachkenntnis und faire Information in Sachen Allergien und Unverträglichkeiten haben Sie die Chance, Ihre Gäste mit Qualität, Kompetenz und Serviceorientierung zu beeindrucken!  Weitere Information zum Thema finden Sie auf den folgenden Webseiten: • DEHOGA Baden-Württemberg www.dehogabw.de • Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) www.bmel.de

Mit gutem Beispiel voran
Alles, was Sie über kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe in unseren Eichbaum-Proukten wissen müssen

Damit Sie bezüglich aller Produkte von Eichbaum Ihre Gäste vollständig und vorschriftsgemäß informieren können, finden Sie hier sämtliche Pflichtangaben für unser Sortiment. Alle unsere gebrauten Produkte, d.h. unsere Biere, Limonaden sowie Karamalz, enthalten, da sie mit Gerstenmalz hergestellt werden, das natürliche Klebereiweiß Gluten. Gluten kann bei manchen Menschen zu Unverträglichkeitsreaktionen führen. Unsere Donner & Doria Weine sowie der Sekt enthalten (gemäß der Kennzeichnung auf dem Rückenetikett) Sulfite. Das „Schwefeln“ ist eine traditionelle Maßnahme, um die Weine haltbarer zu machen, die schon im griechischen Altertum praktiziert wurde. Die Salze der schwefeligen Säure verhindern unerwünschte Gärungsprozesse etwa durch eingeschleppte Hefen oder Bakterien. Auch Sulfite können allergische Reaktionen auslösen. Bei unseren vier Braumeisters Bränden, die ja mit einem Getreide-Destillat aus Gerstenmalz ausgemischt sind, sind wir gemäß LIMV, Anhang II, nicht kennzeichungspf lichtig. Folgerichtig besteht auch kein Gesundheitsrisiko wegen allergieauslösender Gluten Zusatzstoffe.

Hier eine aktuelle Liste weiterer kennzeichnungspflichtiger Zusatzstoffe in unseren Eichbaum-Produkten:

   
PRODUKT
KENNZEICHNUNG

Karamalz
Karamalz Fresh Lemon
Braumeisters Limonade in der Bügelverschlussflasche
Typ Orange
Typ Zitrone
Typ Holunder
Typ Grapefruit
Eichbaum Original Radler
mit Farbstoff
mit Farbstoff

mit Konservierungsstoff
mit Konservierungsstoff
mit Konservierungsstoff
mit Konservierungsstoff
mit Süßungsmitteln, enthält eine Phenylalaninquelle
Hinweis: Der Umstand, dass in der 0,5l-Bügelflasche Braumeisters Limonade Konservierungsstoff enthalten ist, ist der Tatsache geschuldet, dass bei der Abfüllung Bügelflaschen nicht pasteurisiert werden. Die 0,33l-Flaschen Braumeisters Limonade werden pasterisiert und sind somit auch ohne Konservierungsstoff biologisch sicher.

Checkliste

Bei der Umsetzung der Kennzeichnungspf licht sollten Sie für Ihren Betrieb die folgenden Fragen beantworten können:
• Welches sind die Speisen und Getränke bei denen das Thema Allergien besonders relevant ist?
• Auf welche potenziell allergieauslösenden Zutaten kann verzichtet werden?
• Auf welchem Wege bekommt Ihr Gast Informationen zu verwendeten Zutaten und Inhaltsstoffen?
• Wer ist verantwortlich für die Information des Personals und der Gäste?
• Wer aktualisiert und pflegt die entsprechenden Gästeinformationen und schult die Mitarbeiter?
• Bei wem laufen alle Informationen zusammen?
• Wie kann sich Ihr Personal bei ungeklärten Fragen informieren?

Um diese Zutaten geht’s:

Über die folgenden 14 wichtigsten Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, müssen Sie Ihre Gäste informieren:
1. Glutenhaltiges Getreide (namentlich zu nennen)
2. Krebstiere
3. Eier
4. Fische
5. Erdnüsse
6. Sojabohnen
7. Milch (einschließlich Laktose)
8. Schalenfrüchte (namentlich zu nennen)
9. Sellerie
10. Senf
11. Sesamsamen
12. Schwefeldioxid und Sulphite (ab 10 mg pro kg oder l)
13. Lupinen
14. Weichtiere